Dieser Artikel aus dem Ressort Stadtleben
der Berliner Morgenpost Online vom 08.11.2002
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Böger will Vorklassen an Schulen abschaffen

Kinder sollen stattdessen in der Kita intensiv auf die Grundschule vorbereitet werden

Die vorschulische Bildung soll grundsätzlich reformiert werden.

Schulsenator Klaus Böger (SPD) stellte dazu gestern im Jugendausschuss des Abgeordnetenhauses das Grundkonzept der Senatsverwaltung vor. Demnach sollen die Vorklassen an den Schulen abgeschafft und die Vorschulerziehung in den Kitas verbessert werden.

An den Schulen soll eine flexible Schuleingangsphase eingerichtet werden. Das heißt, die Kinder können die ersten zwei Schuljahre je nach Leistungsvermögen schneller oder langsamer durchlaufen. Bisher gibt es in Berlin eine verwirrende Doppelstruktur, die sich nach Einschätzung von Böger nicht bewährt hat. Kinder, die die Vorklasse in den Schulen absolvieren, können am Nachmittag weder im Hort noch in der Kita betreut werden. Deshalb scheidet diese Form für berufstätige Eltern aus.

In den Kitas hingegen ist die Qualität der vorschulischen Erziehung höchst unterschiedlich, da es keinen Lehrplan gibt. Sie schwankt zwischen vier Stunden täglich und einer Stunde wöchentlich. Durch das Abschaffen der Vorklassen spart das Land zudem Geld, weil Erzieherinnen an Kitas weniger verdienen als Vorklassenleiterinnen an Schulen.

«Gleichzeitig müssen aber klare Bildungsziele in den Kitas vorgegeben werden», sagte Böger. Dazu gehöre auch eine Reform der Erzieherausbildung. Das Konzept soll in den Entwurf des neuen Schulgesetzes eingehen. Zustimmung kommt von der Grünen-Fraktion: «Wir wollen, dass die Kita als erste Stufe des Bildungssystems qualifiziert wird», sagte der bildungspolitische Sprecher Özcan Mutlu. flo

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