Dieser Artikel aus dem Ressort Bezirke
der Berliner Morgenpost Online vom 24.10.2002
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Stadtpark aus Schülerhand

Schöneberg: Die Grünfläche am Winterfeldtplatz ist eröffnet - 15 Jahre dauerte die Planung

Von Gerlinde Schulte

Am Winterfeldtplatz brauchen die Dinge ihre Zeit. Dafür werden sie aber auch immer besonders individuell. Was im Zusammenhang mit dem Baller-Bau aus dem Munde von Baustadtrat Gerhard Lawrentz (CDU) eher ironisch klingt, kann für den neuen Stadtpark an der Gleditschstraße nur als Kompliment verstanden werden. 15 Jahre hat es gedauert, bis das Gelände zwischen der Ballerhalle und dem Theater Hans Wurst Nachfahren als Grünfläche gestern eröffnet werden konnte. Kinder und Anwohner nahmen es begeistert in Besitz.

Dass die Ostseite des Platzes ein neues Highlight bekommen hat, ist nicht zuletzt den Schülern der benachbarten Spreewald-Grundschule und der Sophie-Scholl-Oberschule zu verdanken. Die Grundschüler bauten und gestalteten die Mäuerchen um die Spielflächen mit Mosaiken, Zwiebeltürmchen und Fabelwesen. Zwölf Oberschülerinnen schufen gemeinsam mit Bildhauer Christoph Glamm eine Steinskulptur mit vielen Gesichtern. Terrassenförmige Rasenflächen, Sitzecken, Skulpturen aus Stein und Holz prägen das 5000 Quadratmeter große Areal. Das Konzept entwickelte das Planungsbüro Dietzen & Teichmann gemeinsam mit dem Quartiermanagement, Kindern und Anwohnern. Die Kosten von 520 000 Euro trug zum größten Teil der Bezirk. 23 000 Euro übernahm das Quatiermanagement.

Die Mädchen und Jungen fühlen sich dem Park nicht nur durch ihre Mitarbeit verbunden. Sie sind für seine Sauberkeit zuständig. «Dafür bekamen wir ein Tor zum Schulhof», sagt Grundschulleiter Erhard Laube und hofft, dass der öffentliche Park auch künftig so schön bleibt. Die zwölfjährigen Mädchen Loraine, Sarah und Angie sind zufrieden. Sie haben ein Gelände mitgestaltet, auf dem sie sich gern aufhalten, «auch wenn wir die Grundschule bald hinter uns haben».

«So sollte man eine Stadt gestalten: mit viel Grün, Luft und Platz», sagt auch Elisabeth Ziemer, grüne Stadträtin für Stadtentwicklung. Sie genießt die Parkeröffnung besonders. Verbindet sie doch mit diesem Projekt ihren Einstieg in die Kommunalpolitik. Vor 15 Jahren gelang es einer von ihr mitgegündeten Bürgerinitiative, eine an dieser Stelle geplante Blockbebauung zu kippen. Ganz fertig ist der Park noch nicht. Der eigentliche Haupteingang wird erst mal provisorisch angelegt. Denn um ein kleines Teilstück feilschen die Eigentümer noch mit dem Bezirk. Typisch Winterfeldtplatz.

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