Dieser Artikel aus dem Ressort Bezirke
der Berliner Morgenpost Online vom 20.11.2002
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13 kleine «Feuerkäfer» werden nachmittags betreut

Eltern gründen privaten Schulhort - müssen aber erst zahlreiche bürokratische Hürden überwinden

Es ist geschafft. Aufatmen bei den Eltern. Sie haben nach einem Behörden-Parcours in Eigeninitiative einen Schülerladen gegründet. In dem «Zehlendorfer Feuerkäfer» werden 13 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren von zwei Erziehern betreut. Das Neue: Der Hort wird auf Initiative und in der Regie der Eltern geführt, nutzt aber die Räume der Zinnowwald-Grundschule an der Wilskistraße 78.

Drei solcher Horte gibt es in Steglitz-Zehlendorf, ein vierter - für die Buschgraben-Grundschule - ist bereits im Gespräch. «Wir sind erleichtert, dass unser Schülerladen eingerichtet ist - und läuft. Doch bis heute haben wir neben der Senatsförderung von 410 Euro pro Monat pro Kind keine finanzielle Unterstützung erhalten», sagt Roland Lehmann. Der Vater der sechsjährigen Olivia berichtet von den unzähligen bürokratischen Hürden, die fünf Elternpaare nehmen mussten, um die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder in Eigenregie und -finanzierung zu realisieren. So mussten z. B. vor dem Anbringen der Garderobenhaken im Hort drei Behörden konsultiert werden: die Kita-Aufsicht des Senats, die Feuerwehr und das Gesundheitsamt.

«Ich wette, der Einsatz für den Laden kostet 15 Arbeitsstunden pro Woche», zieht Lehmann Bilanz. Die Anrufe bei Dienststellen und der Schriftverkehr seien am zeitaufwändigsten. Als hilfreich für den Hort-Aufbau habe sich der «Dachverband für Kinder und Schülerläden in Berlin» erwiesen. (DaKS e.V., Tel.:  25 29 13 00) Auch Schulstadtrat Erik Schrader (FDP) verspricht Eltern in Sachen Schulhort Hilfe: Tel.:  63 21 77 01. Trotz aller Probleme raten Lehmann und Mitstreiterin Ellen Blümm: «Durchhalten, es lohnt sich.» Nun beginnt die Sponsorensuche für Musikinstrumente, denn das pädagogische Konzept setzt auf Musik. Stolz sind die Eltern auch, dass sie zwei Erzieher einstellen konnten.

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