Kita-Notstand im Westen, Überhang im OstenIn Westberliner Randbezirken droht bereits der dritten Kita wegen Personalmangels die Schließung, während im Ostteil knapp 120 Erzieherinnen im Überhang sind. Während in Spandau bereits zwei Einrichtungen wegen Personalmangels kollabierten, kann nun in der Kita Lichtenrader Damm/Feuerwache nicht mehr die Sicherheit aller Kinder gewährleistet werden. Die Öffnungszeiten wurden bereits eingeschränkt, ab Montag müssen Kinder, deren Eltern nicht berufstätig sind, zu Hause bleiben. Denn die befristeten Arbeitsverträge von vier Erzieherinnen laufen im Februar aus, und die Finanzverwaltung will sie nicht verlängern, so lange es noch Überhangkräfte gibt. "Die Kita-Leitung hat eine lange Liste von Erzieherinnen abgearbeitet, aber niemand von denen kommt hier an", sagt Elternvertreterin Heike Gröbler. In den äußersten Südwesten müssten die Erzieherinnen einen weiten Weg in Kauf nehmen, und die Verkehrsanbindung sei schlecht. Verschärft wird der Mangel durch dauerhafte Krankheitsfälle von drei weiteren Erzieherinnen. "Innerhalb des Bezirks können wir nichts umschichten", sagt Angelika Schöttler (SPD), Jugendstadträtin von Tempelhof-Schöneberg. Doch ewig warten könnten die Eltern nicht. Die Finanzverwaltung sucht nach einer Lösung. Nicht einmal die Hälfte des Übergangpersonals sei vermittelbar, und von den Verbleibenden seien viele nicht sofort abrufbar, sagt Matthias Kollbeck, Sprecher von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD). Einige Jugendämter würden die Versetzung zudem nicht mit Nachdruck betreiben. Das soll sich mit dem Stellenpool ändern. Mit dem zentralen Überhangmanagement gebe es eine andere Verbindlichkeit. Unzumutbarkeit könne nur noch nach strengen Regeln geltend gemacht werden. Doch so weit sei es erst in einem halben Jahr. Die Lichtenrader Eltern können nicht so lange warten. "Wenn nichts passiert, geben wir unsere Kinder bei Herrn Sarrazin ab", sagt Heike Gröbler. Berliner Morgenpost, vom: 11.02.2004
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