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Dieser Artikel aus dem Ressort Bezirke Erzieher-Mangel spitzt sich zuMorgenpost im Kiez: Personal-Probleme in den Kitas, privater Schülerladen eröffnetVon Katrin Lange In vielen Zehlendorfer Kitas sind Eltern und Erzieher kurz vor Jahresende in großer Sorge: Ob in der Kita Flanaganstraße, an der Wilskistraße 75 oder in der Integrationskita am Teltower Damm - in den meisten Einrichtungen ist die Betreuung der Kinder vom Januar 2003 an noch nicht gesichert. Die Personalstärke in den städtischen Kitas von Steglitz-Zehlendorf wird zum Jahresbeginn um 45 Stellen sinken. Hintergrund ist der neue Hortschlüssel: Ein Erzieher wird künftig 21 Kinder statt vorher 16 betreuen. Zum gleichen Zeitpunkt fallen 66 Erzieherstellen durch das Auslaufen von Zeitverträgen weg. Damit ist der Bezirk besonders hart getroffen. Zum Vergleich: In Pankow und Charlottenburg-Wilmersdorf sinkt die Stellenzahl um etwa zehn. Es wird also keinen Personalüberhang, sondern ein Defizit von mehr als 20 Stellen geben. Jugendstadträtin Anke Otto (Grüne) hat sich an Finanzsenator Thilo Sarrazin gewandt und vor der Personallücke gewarnt. Die Aufregung der Eltern ist groß. Gerade erst haben sich die «Neuen» in der Kita Am Schweizerhofpark an ihre Erzieherinnen gewöhnt, da sind sie auch schon wieder weg. Vor allem in der Babygruppe sind die Eltern empört. Anke Hoffmann, Mutter von Jasmin (1), erzählt, dass die Kleine morgens immer noch weint. «Sie lässt sich nur von Anja trösten», sagt sie. Jetzt soll die Gruppen-Erzieherin gehen. Seit sieben Jahren wird sie mit Zeitverträgen vertröstet. «Das ist unmöglich, sie erst über diese Zeit hinzuhalten und dann fallen zu lassen», schimpft Dieter Richter, Vater von Tim. Auch in der Kita Flanaganstraße sind mehrere Erzieher betroffen. «Vor allem in der Gruppe der ganz Kleinen laufen Zeitverträge aus», sagt Elke Altendorf, die zwei Kinder in der Kita betreuen lässt. Frei werdende Horterzieher sollen zwar «rüberschwappen». «Doch nicht jeder Horterzieher kann mit den Kleinen etwas anfangen,» kritisiert sie stellvertretend für viele Eltern. Patrick Lindhorst ist Horterzieher in der Kita Flanaganstraße. Auch er muss zum Jahresende aufhören. Das bedeutet gleichzeitig das Ende für seine Sportangebote, wie Fußball und Schwimmen. «Ich würde gern weitermachen», sagt der junge Mann. Die Hoffnung auf Weiterbeschäftigung für ihn und die anderen Erzieher mit Zeitverträgen ist gering. Zuerst muss der Personal-Überhang aus anderen Bezirken, der sich aus dem neuen Hortschlüssel ergibt, abgebaut werden. «Doch die meisten Bezirke haben bereits angekündigt, dass sie uns keine Erzieherinnen schicken können,» sagt Axel Magdowski, verantwortlich für die Tagesbetreuung im Bezirk. Sie müssten selbst ihr Loch durch auslaufende Zeitverträge stopfen. Um trotzdem die Betreuung zu sichern, erwartet Jugendstadträtin Anke Otto vom Finanzsenator die Erlaubnis, doch wieder auf Zeitverträge zu setzen - eine letzte Hoffnung für Eltern und Erzieher. Morgenpost im Kiez Zehlendorf Lesen Sie auch: Ursula Seitz versüßt das Zehlendorfer Leben Nachbarn 13 kleine «Feuerkäfer» werden nachmittags betreut Eltern gründen privaten Schulhort - müssen aber erst zahlreiche bürokratische Hürden überwinden Nachgehakt: Das wollen Morgenpost-Leser wissen Morgenpost macht Station am Teltower Damm Luxusvilla in Dahlem steht zum Verkauf Weitere Artikel zum Thema Zehlendorf Diesen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.morgenpost.de/archiv2002/021120/bezirke/story563686.html (C) Berliner Morgenpost Online 2002 |