Bei den Kitas drohen längere SchließzeitenSchließen Kindertagesstätten künftig sechs Wochen während der Sommerferien? Inzwischen haben sich bei den Erzieherinnen durch den neuen Tarifvertrag, wie berichtet, Berge von Überstunden angesammelt. Mittes Bürgermeister Joachim Zeller (CDU)rechnet berlinweit mit tausenden Überstunden. Da gleichzeitig in fast allen Bezirken zu wenig Personal vorhanden ist, haben die Erzieherinnen keine Chance, diese Überstunden abzubauen. "Es gibt nur die Möglichkeit, Kitas länger zu schließen oder noch stärker Gruppen zusammenzulegen", beschreibt Personalstadtrat Joachim Krüger (Charlottenburg-Wilmersdorf, CDU) den Handlungsspielraum der Bezirke. Der Bitte des Rates der Bürgermeister, Verhandlungen mit den Gewerkschaften aufzunehmen und eine Lösung zu finden, will Innensenator Ehrhart Körting (SPD) nicht entsprechen. "Wenn der Senat nicht tätig wird, bleibt uns nichts anderes übrig, als den Kita-Betrieb einzuschränken", bestätigt auch Neuköllns Jugendstadtrat Thomas Blesing (SPD). "Denn wir als Bezirke können mit den Gewerkschaften nicht verhandeln." Nach Berechnungen der zwölf Jugendstadträte wären mehr als 200 neue Stellen nötig, um den Personal-Engpass auszugleichen. Blesing erteilt zugleich der Aufforderung des Senats eine Absage, jeden Antrag auf Freizeitausgleich für jede Kita einzeln zu überprüfen. Blesing: "Das geht nicht." Dafür habe er gar nicht das Personal. Blesing verweis auf ein weiteres Problem: "Mitarbeiter beantragen beispielsweise für November Freizeitausgleich und buchen eine Reise." Fallen im November Kolleginnen aus, könnte die Genehmigung zurückgezogen werden. "Aber wer übernimmt die Stornokosten für die Reise?", fragt sich Blesing. ritBerliner Morgenpost, vom: 27.04.2004
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